Alvin Booth

 

Alvin Booth (*1959) ist ein in New York lebender Künstler, der ursprünglich aus England stammt. Er wuchs in Hull, einem flachen, grauen Industriehafen im Norden Englands auf und ging in den Familienhandel, das Friseurhandwerk. Er arbeitete sich nach oben, lehnte einen Job bei Vidal Sassoon zugunsten einer niederen Position in einem High-End-Salon in Oxford ab und traf seine Frau Nike Lanning, mit der er seit 27 Jahren verheiratet ist. Als ihm die Uhr seines Großvaters gestohlen wurde, gab er das Geld für eine Mamiya RB67 aus. Er handelte mit Friseurdienstleistungen für die Fotografie, zog nach New York und fing an Aktfotos zu machen. Im Sommer allerdings lebt er in einem Dorf in Südfrankreich, wo er unermüdlich alte Gebäude aufkauft und restauriert.
Sein Werk schwebt zwischen der Schönheit der menschlichen Gestalt und deren surrealer Verformung. Booths Motive faszinieren und irritieren, sind zärtlich und tun weh, sind unhöflich und fesselnd, humorvoll und bedrückend. Frauen verweilen in Latexkokons, Tänzerinnen mit Tüchern verschmelzen in Unschärfe zu geisterhaften Formen, Athletische Körper fliegen durch den dunklen Raum oder liegen ruhend am Boden. Seine Ästhetik ist dabei von der sinnlichen Skulptur des 19. Jahrhunderts inspiriert. Das Werk von Gaston Lachaise [1882-1935], Aristide Maillol [1861-1944] und Auguste Rodin [1840 -1917] sind nach eigener Aussage wichtige Einflüsse. Der menschliche Körper dient ihm als unerschöpfliches Vokabular. Alvin Booth selbst sagt über den menschlichen Körper:
„Die Anatomie und die Körperfunktionen sind eine unendliche Quelle der Faszination.“
Er nutzt historische Fototechniken wie; Gummidrucke oder Salzdrucke aber auch Silber-Gelatine-Abzüge, die in Öl und Goldpulver, manchmal in Latex gebunden sind und in ihren Sepiatönen nostalgisch anmuten.